Beschreibung
"Integration kann nicht gelingen, solange von Staat und Pädagogik die in unterschiedlichen Kulturen verschieden ausgeprägten Rangordnungsstrukturen negiert werden, die sich besonders auf schulisches Lernen negativ auswirken von der Weigerung, im Unterricht mitzuarbeiten, bis hin zu völlig inakzeptabel aggressivem Verhalten", sagt Ingrid Freimuth. Nach über 40 Jahren pädagogischer Tätigkeit kommt sie zu dem Schluss, dass rangordnungsorientierte Schülerinnen und Schüler nur dann Lernbereitschaft und positives Sozialverhalten entwickeln können, wenn ihnen verbindliche Regeln vorgegeben werden und wenn den Pädagogen wirksame Sanktionen zur Verfügung stehen, um diese auch durchzusetzen. Ihr Vorwurf: "Durch schulische und sozialstaatliche Förderung verschuldet Vater Staat bei vielen Schülern aller Altersstufen ein Abdriften in Passivität und Versorgungserwartung." Ingrid Freimuth schildert Begebenheiten aus ihrem schulischen, außerschulischen und förderpädagogischen Alltag, auch in der Erwachsenenbildung (Deutsch als Zweitsprache). Die pädagogische Zielsetzung, neben der Vermittlung von Unterrichtsinhalten auch Hilfestellung zu positiver Persönlichkeitsentwicklung der ihnen anvertrauten Menschen zu leisten, können Unterrichtende ihrer Ansicht nach nur dann erreichen, wenn die Politik die durch die zahlreichen Migranten veränderten Verhältnisse anerkennt und entsprechend handelt statt "Unterrichtende mit der Lösung von Problemen zu beauftragen, die erst durch politische Entscheidungen oder auch Entscheidungsvermeidungen entstehen konnten".
Über Ingrid Freimuth
Ingrid Freimuth, geb. 1946 in Melsungen, Diplom-Pädagogin, studierte Lehramt für Sekundarstufe I, arbeitete anschließend als Lehrerin an einer Integrierten Gesamtschule und war gleichzeitig als Ausbilderin in der Lehrerausbildung am Studienseminar Groß- Gerau tätig. Sie unterrichtete an Haupt- und Realschulen in Frankfurt/Main und arbeitete ab 1989 zusätzlich als Kommunikationstrainerin in der hessischen Lehrerfortbildung, wo sie u.a. mit Lehrerkollegien aller Schularten pädagogische Tage plante und durchführte. Zuletzt gab sie Einzelunterricht für Schülerinnen in der sozialpädagogischen Lernhilfe und hielt Kurse an der Volkshochschule im Bereich "Deutsch als Zweitsprache".
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